Essstörungen

 

Warum ich unbedingt auch etwas über das Thema Essstörungen loswerden möchte?

Weil es leider zu unserem Alltag gehört, ob aktiv oder passiv, bewusst oder unbewusst. Kann sein, dass du selber nicht betroffen bist, aber ich bin mir sicher, dass du sicher jemanden kennst, der schon mal eine Essstörung hatte oder immer noch hat.

Was ist eine Essstörung 7 und wie entsteht sie?

Eine Essstörung ist eine psychosomatische Erkrankung, bei der sich die Gedanken ständig ums Thema Essen drehen. Das ist die kurze fachliche Definition. Dahinter verbirgt sich aber etwas viel Komplexeres. Etwas woran mittlerweile 1,4 Millionen Kinder und Jugendliche leiden. Leider enden 16,8% dieser Störungen tödlich8 Anhand dieser Zahl kann man sehr gut erkennen, dass die meisten Essstörungen schon im früheren Alter entstehen. Das ist aber nur die offizielle Zahl. Viele Fälle bleiben oft unentdeckt.

Wir essen jeden Tag, im besten Fall mehrmals. So gesehen, ist es für mich auch eine Art Beziehung, dir wir pflegen müssen, damit sie harmonisch bleibt.

So lange wir noch klein sind, entscheiden unsere Eltern, Erzieher oder ältere Geschwister, was und wieviel wir essen. Später dürfen und sollen wir es selbst entscheiden. Idealerweise sollten wir Nahrung aufnehmen, um unseren körperlichen Hunger zu stillen und um wichtige Nährstoffe aufzunehmen, damit unser Körper und das Gehirn optimal funktionieren können.

Das Essen wird allerdings im Kindesalter häufig als Belohnung oder als Strafe benutzt. Später merken wir, dass wir mit dem Essen auch bestimmte körperliche Effekte erzielen können, Abnehmen oder Zunehmen. Das Abnehmen bzw. dünn sein macht uns hübscher, attraktiver für die Außenwelt und wir entwickeln eine neue, emotionale Beziehung zum Essen. Wir bestrafen oder belohnen uns, indem wir viel zu viel, gar nicht, extrem gesund oder extrem ungesund essen. Eine Kombination aus Vorerfahrungen aus der Kindheit, mangelnder Selbstliebe und dem Einfluss der Social Media kann sehr leicht dazu führen, eine Essstörung zu entwickeln. Das war auch mein Fall. Mehr über meine Michelin Superstar Karriere, kannst du in meiner Story lesen.

Zu viel oder zu wenig auf den Rippen ist das Spiegelbild einer seelischen Belastung. Man versucht Ängste, Sorgen, Bedenken, körperliche Erkrankungen oder Konflikte mit manipulativem Essen aus dem Weg zu räumen. Fakt ist, dass wir mit dem Thema immer häufiger zu tun haben.

Wer ist betroffen?

Jugendliche im Alter zwischen elf und siebzehn Jahren. Innerhalb dieser Gruppe ist jedes 5. Kind betroffen, egal ob Mädchen oder Junge 9. Dann sind es tatsächlich junge Frauen, vor allem in der Pubertät. Und weitere Risikogruppe sind Leistungssportler. Viele Sportarten verfolgen das Prinzip des Gewichtsmachens. Häufig betroffen sind Ausdauersportler, Kampfsportler, Bodybuilder und Tänzerinnen.

Welche Arten gibt es?

Magersucht (Anorexia Nervosa)

Symptome:

  • Untergewicht (15% unter dem Normalgewicht)
  • Verzerrte Körperselbstwahrnehmung
  • Endokrine Störungen
  • Angst vor Übergewicht
  • Gewichtverlust selbstbeigeführt

Mögliche gesundheitliche Folgen:

  • Anhaltende Bewegungen von Fingern und Zehen
  • Ausbleiben der Periode (Frauen)
  • Blähungen
  • Blutarmut
  • Gelbe Haut
  • Hypotonie, Tachykardie
  • Kontinuierlicher Gewichtsverlust
  • Schwere Muskelspannung
  • Spröde und trockene Haut, dünne Haare
  • Tränende Augen
  • Unfruchtbarkeit

Bulimie (Bulemia Nervosa)

Symptome:

  • Erbrechen, exzessiver Sport, wiederholende Diäten
  • Essanfälle durch Kontrollverlust von Hunger und Sättigung
  • Intensive Beschäftigung mit dem eigenen Körper

Mögliche gesundheitliche Folgen:

  • Abnormaler Herzrhythmus
  • Bruch in der Speiseröhren-Wand
  • Dehydratation
  • Entzündung der Speiseröhre
  • Geschwollene Speicheldrüsen
  • Magengeschwür
  • Rückfluss vom Magen in die Speiseröhre
  • Verstopfung

Binge Eating

Symptome:

  • Essattacken oder Heißhungerattacken
  • Unkontrollierte Nahrungsaufnahme
  • Kontrollverlust
  • Kompensation seelischer Konflikte durch ungesundes Essen
  • Schamgefühl und Schuldgefühle nach dem Essen
  • Mögliches Übergewicht (häufig)

Hier fehlt das Verlangen nach Ausgleich wie zum Bespiel bei der Bulimie, deshalb die häufigen Schuldgefühle und Scham.

Adipositas

Übergewicht oder Adipositas gehören genauso wie auch Untergewicht zu einer Essstörung. Der Ablauf ist gleich, nur andersherum. Es werden über einen längeren Zeitraum mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht, das führt zu einem langfristigen Kalorienüberschuss. In unserer heutigen Gesellschaft mit schlechten Essgewohnheiten und ungesunden Lebensstil ist es gar nicht so schwer, diesen Zustand zu erreichen.

Ab wann gilt man als adipös bzw. übergewichtig?

Die gängisten Methoden, um es rauszufinden sind der Bodymass Index (BMI)10⌉ und Taillen – Hüft – Quotient (WTR – Waist to hip ratio).

  1. Der BMI ergibt sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Meter zum Quadrat. 
BMI = (kg/m2) Körpergewicht (kg)
Körpergröße2 (m2)

Sobald der BMI (Bodymass Index) zwischen 25 und 30 ist, spricht man vom Übergewicht. Wenn die Zahl höher als 30 ist geht es um Adipositas also starkes Übergewicht.

In Deutschland gibt es aktuell folgende Zahlen 11:

  • Übergewicht bei den Frauen (53%), bei den Männern (67 %)
  • Adipositas bei den Frauen (23%), bei den Männern (24%)
  1. Der Taillen-Hüft-Quotient gibt Aufschluss über das individuelle Risiko der Kö Dieser Wert wird auch als Waist-to-hip-Ratio (WHR) bezeichnet. Ein erhöhtes Krankheitsrisiko besteht dann, wenn der Taillen-Hüftquotient bei Männern über 1 und bei Frauen über 0,85 liegt.
Taillen-Hüft-Quotient Frauen Männer
Deutlich erhöhtes Risiko 0,85 1

Was sind die Ursachen?

  • Genetische Disposition

Genetik kann den Grundumsatz stark beeinflussen ist aber nicht entscheiden um eine negative Energiebilanz zu erreichen. Man spricht von einer genetischen Benachteiligung, die nur wenige Hundert Kalorien ausmacht. Starke Fettstoffwechselkrankeiten betreffen 1 bis 2% der Bevölkerung. In diesen Fällen kann selten, sogar mit Medikamenten geholfen werden.

  • Falsches Essverhalten

Die wichtigsten und bekanntesten Ursachen sind: schnelles Essen, Fast Food, hochkalorische und zuckerhaltige Getränke, Alkohol, generell Essen voller leeren Kalorien d.h. ohne Nährstoffe

  • Bewegungsmangel

Sitzende Arbeitstätigkeit, keine Zeit und Motivation für Sport, Auto und Bahn als Transportmittel

  • Psychische Auslöser

Langeweile, Konflikte, Stress, Ärger, Wut, Trauer sind häufig mit der Produktion von Kortisol verbunden, die Fettverbrennung verhindern

  • Soziale Faktoren

Privates und Arbeitsumfeld, Familie, Social Media

 

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.